IGZ-Lexikon
Begriffe aus Logistik und Produktion mit SAP

A

ABC-Artikel

Die Artikel-Klassifizierung innerhalb eines Sortiments nach ABC folgt definierten Kriterien. Von primärer Relevanz ist die Absatzmenge. Daraus folgern die Häufigkeit der Zugriffe – automatisiert oder manuell. A-Artikel beziehungsweise Schnelldreher sind mit hohen Absatzzahlen verbunden, C-Artikel hingegen werden wesentlich geringer nachgefragt. Eine ABC-konforme Verteilung der Waren auf geeignete Lagerplätze übernimmt in der Regel das Lagerverwaltungssystem (LVS) / Warehouse Management System (WMS).


AKL

Automatisches Kleinteilelager. Hierbei handelt es sich um Lagerregale für Behälter, Kisten oder Kartons.

B

Best Practices

„Best Practice“ bezeichnet – vereinfacht ausgedrückt – als mustergültig anerkannte Methoden, Praktiken und Prinzipen eines Unternehmens. Diese finden in erfolgreich umgesetzten Projekten und/oder Verfahren ihren Ausdruck, die dem Kunden nachhaltige Optimierungen verschaffen und mit Kosten- und Wettbewerbsvorteilen verbunden sind. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, Anpassungen oder Erweiterungen an SAP-Produkten vorzunehmen, die durch den Customizing-Standard nicht abgedeckt sind.

C

Chargen

Waren, die trotz eindeutiger Herstellungsanweisung beziehungsweise Rezeptur Abweichungen aufweisen, benötigen eine zusätzliche Kennung hinsichtlich der Charge (Fertigungslos). Betroffen aufgrund verwendeter Rohstoffe sind zum Beispiel Farben, Wollartikel oder auch Lebensmittel. Über die Chargenkennzeichnung ist somit eine eindeutige Rückverfolgbarkeit auch auf Produktionsebene sichergestellt, die vor allem immer dann von Bedeutung ist, wenn Produkthaftung eintritt. 

D

Distributionslogistik

Distributionslogistik ist eine übergeordnete Bezeichnung für ein zielgerecht gebündeltes Maßnahmenpaket zur systematischen Steuerung von Materialflüssen. Eingeschlossen sind sämtliche Abläufe beim Umschlag und Transport von Waren – ggf. von der Produktion bis zum Endkunden/Verbraucher. Optimal ausgestaltet gelangen angeforderte Produkte schnellstmöglich ans Ziel. Parallel lassen sich Lager- und Transportkosten minimieren.

E

Einlagerung

Eine Einlagerung umfasst alle operativen Maßnahmen sowie erfassungstechnischen Vorgänge von der Ankunft einer angelieferten Ladeeinheit, über die Vereinnahmung und den Weitertransport hinaus bis zur Übergabe auf einen zugewiesenen Lagerplatz in einem Lager- und Distributionszentrum.


ERP

Enterprise-Resource-Planning, Unternehmensoftware für sämtliche betriebswirschaftlichen Prozesse (Warenwirtschaft)

F

Fast Mover

„Fast Mover“ ist die englische Bezeichnung für Schnelldreher gemäß ABC-Klassifizierung. Diese A-Produkte weisen eine besonders hohe Umschlaghäufigkeit auf und verweilen aufgrund dessen eine nur vergleichsweise kurze Zeit im Lager. Für Schnelldreher – häufig auch „Fast Moving Consumer Good“ genannt – werden in der Regel separate Lagerbereiche eingerichtet, über die kurze Auftragsdurchlaufzeiten sichergestellt sind. Im Vergleich zu Langsamdrehern fällt die Kapitalbindung deutlich geringer aus. 


FTS

Fahrerloses Transportsystem, das Paletten unbemannt im Lager bewegt

G

Gefahrgut

Die Definition von „Gefahrgut“ ist in der Gefahrgutverordnung (GGVSEB) für die Verkehrsträger Straße, Schiene, Wasser und Luft festgeschrieben. Inkludiert ist in diesem Kontext auch das innerbetriebliche Handling. Demnach handelt es sich bei Gefahrgut um Stoffe mit substanziellen Eigenschaften, die eine Gefahr für den Menschen und/oder die Umwelt darstellen können. Innerhalb der EU sind Verpflichtungen beim Gefahrguttransport über „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“ (ADR) geregelt.

H

Handheld

Bei einem Handheld handelt es sich um ein elektronisches Gerät, dass von Mitarbeitern für die mobile Datenerfassung (MDE) genutzt wird. Diese sind in der Regel kompakt und robust ausgeführt, um im mitunter rauen Industrie- und Logistikalltag funktionssicher ihren Dienst verrichten zu können. Zur Wahl stehen in erster Linie Barcodescanner, mobile Industrie-Computer (IPC), Tablets und Smartphones. Verstärkt kommen aber auch sog. „Wearables“ zum Einsatz.


HRL

Hochregallager

I

ITSmobile

SAP Werkzeug und Laufzeitumgebung für graphische Datenfunkdialoge

J

K

KEP-Integration

Die Anbindung von Kurier-, Express- und Paketdienstleistern


Kommissionieren

Beim Kommissionieren (engl. = picking) handelt es sich um einen Prozess, in dessen Verlauf Einzelpositionen zu einem Auftrag gebündelt werden. Konkret beschreibt es die VDI-Richtlinie 3590. Demnach verfolgt die Kommissionierung das Ziel, „aus einer Gesamtmenge von Gütern (Sortiment) Teilmengen aufgrund von Anforderungen (Aufträge) zusammenzustellen.“ Auch die Entnahme von kompletten, artikelreinen Lagereinheiten, wie etwa Paletten und Behälter, wird als Kommissionierung bezeichnet.


Kosignationslager

Kennzeichnend für ein Kosignationslager ist, dass es vom ausgewählten Lieferanten oder von einem diesem verbundenen Logistikdienstleister direkt beim Kunden beziehungsweise Hersteller/Händler vor Ort betrieben wird. Das Prinzip des „Konsignationslager“ dient in erster Linie dazu, eine Just-in-Time oder Just-in-Sequence-Versorgung sicherzustellen. Während der Bevorratung verbleibt die Ware im Eigentum des Kooperationspartners/Lieferanten – siehe auch: Vendor managed inventory.

L

Losgröße

Der Begriff „Losgröße“ bezeichnet die Anzahl einer Produktvariante, die praktisch in einem Stück, ohne jegliche Unterbrechung oder weitere Beeinflussung zu fertigen ist. Im Fokus von „Industrie 4.0“ steht Losgröße 1. Mithilfe der Digitalisierung soll es zukünftig möglich sein, Sonderanfertigungen beziehungsweise einzelne Individualprodukte schnell und zu Preisen, die ansonsten nur die Serienfertigung zulässt, herzustellen.


LVS

Lagerverwaltungssystem

M


MFR

Materialfluss-Rechner


MRP

Bei MRP handelt es sich um die Abkürzung von „Manufacturing Resource Planning”. Der MRP II-Ansatz verfolgt eine gleichermaßen ressourcenbasierte sowie marktorientierte Produktionsplanung und -steuerung unter Zuhilfenahme von PPS-Systemen. MRP II ist eine Weiterentwicklung von Material Requirements Planning (MRP I), wo der entsprechende Materialbedarf auf Basis eines definierten Fertigungsprogramms abgeleitet wird. 

N

NVE

Das Kürzel NVE steht für „Nummer der Versandeinheit“  und ist gleichzusetzen mit SSCC = Serial Shipping Container Code. Über diese, jeweils nur einmalig vergebene und international gültige 18-stellige Nummer lassen sich Ladeeinheiten, wie etwa Container, Paletten und Pakete, lückenlos entlang der gesamten Transportkette vom Versender bis zum Empfänger nach- und rückverfolgen.   

O

Order Picking

Der Begriff „Order Picking“ stammt aus dem Englischen und entspricht dem deutschen Begriff „Auftragskommissionierung“ => Kommissionierung.

P

Pick-by-Light

Kommissioniertechnologie, die mit Hilfe von Lichtsignalen arbeitet


Pick-by-Vision

Kommissioniertechnologie, die mit Hilfe einer Datenbrille arbeitet. Dabei werden für den Kommissioniervorgang notwendige Daten zu den Waren dem Kommissionierer auf eine Datenbrille übermittelt.

Q

Qualitätsmanagement

Das Qualitätsmanagement fokussiert eine strikte Kunden- und Prozessorientierung und zielt auf eine stetige Leistungsverbesserung. Die implementierte Qualitätspolitik beruht auf einer strategischen Entscheidung der Unternehmensführung. Orientierung bietet die Norm beziehungsweise DIN EN ISO 9001, die speziell Zulieferer großer Hersteller durchgängig zu bedienen haben. Darin ist explizit festgehalten, welche Kriterien zu erfüllen sind, um aktuellen Qualitätsstandards zu entsprechen. 

R

RFID

Radio Frequency Identification, berührungsloses Lokalisieren und Identifizieren von Waren.


RGB

Regalbediengerät

S

SAP AII

Auto-ID-Infrastructure


SAP EWM

Extended Warehouse Management, SAP EWM ist das aktuelle Lagerverwaltungssystem der SAP innerhalb der SAP Supply Chain Management Module


SAP HANA

SAP HANA ist die Hochleistungsdatenbank der SAP mit In-Memory-Technik


SAP HUM

Handling Unit Management, Strukturen im SAP System zur Abbildung von mehrstufigen Packstückstrukturen



SAP ME

Manufacturing Execution, SAP ME ist ein vollständiges Produktionsleitsystem (MES) für die Steuerung von Produktion und Montage in der diskreten Fertigung



SAP MFS

Material Flow System, SAP MFS ist die in EWM integrierte Materialflusskomponente zur Steuerung von automatischen Lägern (AKL, HRL)


SAP MII

Manufacturing Integration and Intelligence, SAP MII ist ein Produktionsleitsystem (MES) für die Steuerung von Abfüll- und Verpackungslinien in der Prozessindustrie


SAP Module

Module im Sinne der SAP SE sind Applikationen innerhalb des SAP ERP (SAP Enterprise Ressource Planning), die auf Basis einer SAP/R3 Standardinstallation eng verzahnt interagieren. Kern-Module sind SAP FI (Finanzwesen) inklusive SAP CO (Kostenrechnung) sowie SAP HCM (Human Capital Management). Hinzu kommt eine Vielzahl an Logistik-Modulen, darunter SAP PP für die Produktionsplanung und -steuerung und SAP EWM (SAP Extended Warehouse Management) samt der integrierten Komponente SAP MFS (SAP Material Flow System). 


SAP OEE

Overall Equipment Effectivity, SAP OEE Gesamtanlageneffektivität


SAP SCE

Supply Chain Execution, SAP SCE stellt einen Überbegriff für alle SAP Module in der ausführenden Logistik dar. Das Gegenstück sind die SAP Module im Bereich Supply Chain Planning



SAP TRM

Task and Resource Management, SAP TRM ist die ERP integrierte Komponente für die Feinsteuerung des Materialflusses und Optimierung von Ressourcen im Lager


SAP Voice

Kommissionierunterstützung per Sprachausgabe


SAP WM

Warehouse Management


Smart Glasses

Datenbrille



Stückliste

Bei einer Stückliste handelt es sich um eine tabellarische Zusammenstellung der einzelnen Bestandteile eines Produkts/Bauteils. Relevant für die Herstellung sind neben den benötigten Einzelteilen, Werkstoffen und Hilfsmitteln auch die Teilenummer, das Gewicht sowie die benötigte Menge. Eine solche Auflistung dient der Materialdisposition respektive Arbeitsvorbereitung sowie der Qualitätssicherung in der Fertigungsindustrie.

T

U

V

Vendor managed inventory

Im Zuge von Vendor managed inventory (VMI) verantwortet der Lieferant oder ein ausgewählter Logistikdienstleister beziehungsweise Outsourcing-Partner die Bevorratung von Waren beim Kunden vor Ort sowie deren mengen- und termingerechte Bereitstellung. Die gesamte Bestandsführung basiert auf prognostizierten Bedarfen und trägt dazu bei, Bestände im direkten Produktionsumfeld zu minimieren. Gleichzeitig sollen durch einen verbesserten Servicelevel Reaktionszeiten minimiert werden.

W

WA

Warenausgang


WE

Wareneingang

X

Y

Z