Lagerverwaltung Ganzheitliche Steuerung von Lagerprozessen

Steigende Anforderungen aller Art stellen Unternehmen vor große Herausforderungen und erfordern eine effektive Lagerverwaltung innerhalb des Supply Chain Managements. Mit einer dynamischen Steuerung systemübergreifender Logistikprozesse können z. B Unternehmen ihre Lieferbereitschaft und -quote erhöhen.

Die Lagerverwaltung bezieht sich auf die Organisation, Kontrolle und Verwaltung von Waren innerhalb eines Lagers. Dies umfasst u. a. die Verfolgung von Lagerbeständen, die Ein- und Auslagerung von Waren, die Kommissionierung von Produkten für Bestellungen sowie die Verwaltung von Lagerprozessen und -ressourcen, um einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen.

Hierfür benötigen Unternehmen ein leistungsstarkes Lagerverwaltungs- (LVS) oder Warehouse-Management-System (WMS).

FAQ: Lagerverwaltung

Ein Lagerverwaltungssystem übernimmt die komplette Steuerung, Kontrolle und Optimierung anspruchsvoller Lager- und Distributionssysteme und bietet darüber hinaus die Möglichkeit Inventuren durchzuführen. Folgende Funktionsbereiche deckt ein Lagerverwaltungssystem ab:

  • Anlieferung von Waren, Anliefer-Transport
  • Entladung
  • Wareneingang
  • Lagerinterne Prozesse
  • Ein-/Aus-/Umlagern
  • Kommissionierung
  • Versand
  • Verladung
  • Auslieferung
  • Produktionslager
  • Produktion
  • Versandlager

Folgende Aufgaben lassen sich anhand von einfach W-Fragen beschreiben:

  1. Woher kommen die Waren (z. B. Lieferanten-Avise)?
  2. Wo sind noch Stellplätze frei (z. B. für Paletten oder Behälter)?
  3. Wie werden die Artikel dorthin gebracht (z. B. mit Stapler oder Fördertechnik)?
  4. Wie viele Artikel sollen wieder entnommen bzw. ausgelagert werden?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen autarken und ERP-integrierten Lagerverwaltungssystemen:

Autarkes Lagerverwaltungssystem:

  • Ein autarkes Lagerverwaltungssystem ist ein in sich geschlossenes System. Es kann (wenn überhaupt) nur durch komplexe, technische Schnittstellen mit anderen Systemen im Unternehmen kommunizieren.

ERP-integriertes-Lagerverwaltungssystem:

  • Integrierte Lagerverwaltungssysteme sind in einem ERP-System eingebunden. Alle Daten aus der Bestandsführung, Produktion, Bestellwesen, Preisfindung etc. sind in der gesamten ERP-Umgebung in einem gemeinsamen System (z. B. SAP EWM) verfügbar.

SAP EWM als führendes Lagerverwaltungssystem

Als eines der am häufigsten genutzten und zugleich leistungsfähigsten Systeme weltweit gilt SAP EWM (Extended Warehouse Management). SAP EWM ist in der Lage, die vollumfängliche Verwaltung eines oder mehrerer Logistikzentren zu stemmen und wird darum in größeren Unternehmen beziehungsweise großen Lagern und Logistikzentren eingesetzt.

Die Funktionen von SAP EWM als Warehouse-Management-System umfassen dabei:

  • Lagerverwaltung (summarisch)
  • Einteilung Lager in Lagertypen
  • Lagerplatzverwaltung (Verwaltung Artikel auf Platzebene)
  • ABC-Klassifizierungen für Anordnung Artikel im Lager

  • Lagerstrategien (Ein-/Auslagerstrategien)
  • Optimierung Lagerbestände
  • Auswertungen, Statistik
  • etc.

Häufig werden klassische Lagerverwaltungsfunktionen wie das Ein-/Aus-/Umlagern noch um Erweiterungsmodule ergänzt, denn neben der Bestandsführung SAP EWM auch Tools für:

Wesentliche Vorteile von SAP EWM

Verbesserte Lagerverwaltung:

SAP EWM bietet eine umfassende Palette von Lagerverwaltungsfunktionen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Lagerbestände effizient zu verwalten, einschließlich Einlagerung, Auslagerung, Bestandsführung, Umlagerung und Inventur.

Echtzeit-Transparenz:

SAP EWM bietet Echtzeit-Transparenz über Lagerbestände, -bewegungen und -aktivitäten. Dies ermöglicht es Unternehmen, fundierte Entscheidungen zu treffen und schnell auf Änderungen in der Nachfrage oder den Betriebsbedingungen zu reagieren.

Unterstützung für komplexe Lagerstrukturen:

SAP EWM bietet Unterstützung für verschiedene Lagerstrukturen, einschließlich mehrstufiger Lager, Hochregallager, automatisierte Lager und Cross-Docking-Einrichtungen. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihre Lagerinfrastruktur flexibel an ihre Anforderungen anzupassen.

Skalierbarkeit und Flexibilität:

SAP EWM ist skalierbar und kann an die sich ändernden Anforderungen und das Wachstum eines Unternehmens angepasst werden. Dies ermöglicht es Unternehmen, mit zunehmender Komplexität und Größe ihres Lagerbetriebs Schritt zu halten.

Optimierung der Lagerprozesse:

Durch die Automatisierung und Optimierung von Lagerprozessen können Unternehmen die Effizienz steigern, die Durchlaufzeiten verkürzen und die Fehlerquote reduzieren. Dies führt zu einer besseren Nutzung der Lagerkapazitäten und einer verbesserten Kundenzufriedenheit.

Integration mit anderen SAP-Lösungen:

Als Teil des SAP-Ökosystems integriert sich SAP EWM nahtlos mit anderen SAP-Modulen wie SAP ERP, SAP S/4HANA, SAP SCM usw. Diese Integration ermöglicht einen reibungslosen Informationsfluss zwischen verschiedenen Geschäftsbereichen und verbessert die Datenkonsistenz und -genauigkeit.

Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und Branchenstandards:

SAP EWM unterstützt die Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und Branchenstandards für die Lagerverwaltung, was besonders wichtig ist, wenn Unternehmen in regulierten Branchen tätig sind oder international agieren.

Mobilität und Benutzerfreundlichkeit:

Mit mobilen Anwendungen können Lagermitarbeiter ihre Aufgaben direkt vor Ort ausführen, was die Effizienz und Genauigkeit der Lagerprozesse verbessert. Die Benutzeroberfläche von SAP EWM ist intuitiv und benutzerfreundlich, was die Schulungszeit für neue Mitarbeiter verkürzt.

Lagerbelegungsstrategien

Innerhalb der Lagerverwaltung spielen Lagerbelegungsstrategien eine wichtige Rolle. Sie bestimmen, nach welchen Kriterien Waren ein- bzw. ausgelagert werden sollen. Dabei wird z.B. versucht, das Lagervolumen effizient zu nutzen und die Lagerzeit zu optimieren. Belegungsstrategien gibt es viele. Zu den gängigen gehören: FIFO – First In | First out, LIFO – Last in | Last out, JIT – Just-in-Time, FEFO – First Expired | First Out, HIFO – Highest In | First Out, LOFO – Lowest In | First Out, Cross-Docking, ABC-Analyse basierte Lagerhaltung, etc.

FIFO | IGZ

Die FIFO-Strategie bezeichnet eine Form der Lagerhaltung, bei der die ältesten Bestände zuerst aus dem Lager genommen werden, um sicherzustellen, dass keine veralteten oder bereits abgelaufenen Produkte gelagert werden. In der Regel wird diese Strategie für Waren angewendet, die ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) haben, etwa für Lebensmittel oder Arzneimittel.

LIFO | IGZ

Diese Strategie beinhaltet die erste Auslagerung der zuletzt eingelagerten Waren, um sicherzustellen, dass immer die neueste Ware geliefert wird. In den meisten Fällen wird LIFO für Artikel angewendet, die sich kaum verändern oder praktisch keine unterschiedlichen Bestände aufweisen. Nachteil ist, dass ältere Gegenstände länger im Lager verbleiben, was zu Kosten für nicht effizient genutzten Lagerraum führt.

JIT | IGZ

Die Just-in-Time (JIT) Lagerhaltung ist eine Strategie, die darauf abzielt, Lagerbestände auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, indem Waren nur dann geliefert werden, wenn sie benötigt werden. Das bedeutet, dass die Lieferung von Materialien oder Produkten genau zum Zeitpunkt des Bedarfs erfolgt, wodurch Lagerbestände minimiert und Lagerkosten gesenkt werden.

Warum IGZ der richtige Partner für Sie ist

Wenn die gesamten Betriebsabläufe von einem Lagerverwaltungssystem wie z. B. SAP EWM geplant und gesteuert werden, funktionieren alle eingesetzten Komponenten zusammen wie ein einziges System. IGZ realisiert für Sie die reibungslose Abwicklung der Wareneingangs- und Warenausgangsprozesse und stellt sicher, Ihre Prozessabläufe des gesamten Liefernetzes einzubinden. Mit unserer Unterstützung und durch die umfassenden Funktionen eines Lagerverwaltungssystems sind Sie bestens auf die immer komplexer werdenden Anforderungen des Marktes vorbereitet.

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Holger Häring
Bereichsleitung Verkauf
IGZ Blog