Was ist ein Konsignationslager?
Definition: Ein Konsignationslager ist ein spezielles Lagerkonzept innerhalb der Beschaffungs- und Lagerlogistik, bei dem sich das Lager physisch beim Abnehmer befindet, das Eigentum an den eingelagerten Waren jedoch bis zur Entnahme beim Lieferanten verbleibt. Diese Form der Lagerhaltung stellt eine Mischform aus Fremd- und Eigenlagerung dar und dient der Optimierung von Materialverfügbarkeit, Kapitalbindung und Bestandsführung entlang der Lieferkette.
In der Praxis wird das Konsignationslager häufig in langfristigen Geschäftsbeziehungen mit stabiler Bedarfsstruktur eingesetzt, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie sowie in der Elektronikfertigung. Der Lieferant bringt hierbei definierte Mengen an Material oder Komponenten in einem separaten Lagerbereich beim Kunden ein, wobei die Entnahme verbrauchsgesteuert erfolgt und die Eigentumsübertragung erst mit der Buchung im Warenwirtschaftssystem ausgelöst wird.
Aus logistischer Sicht bietet das Konsignationslager folgende Vorteile:
- Reduzierung der Kapitalbindung auf Abnehmerseite durch spätere Rechnungsstellung,
- Verkürzung von Lieferzeiten durch unmittelbare Verfügbarkeit am Verbrauchsort,
- Erhöhung der Versorgungssicherheit bei kritischen Materialien oder Bauteilen,
- Entlastung der eigenen Lagerkapazitäten durch Auslagerung auf Lieferantenbestand.
Die Verwaltung eines Konsignationslagers erfordert eine präzise Abstimmung zwischen den beteiligten IT-Systemen, insbesondere im Hinblick auf Bestandsführung, Buchungslogik und Fakturaprozesse. Im SAP-Umfeld wird die Abbildung von Konsignationslagern durch spezifische Bewegungsarten, Konsi-Bestandsarten sowie automatisierte Meldungen in SAP EWM realisiert.