Retrofit & Co. – Richtige Dosierung oft maßgeblich!
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Die wichtigsten Anwendungsfälle für die Verwendung einer Charge sind die Rückverfolgbarkeit von der Produktion bis zum Endkunden sowie die Unterscheidung verschiedener Merkmale eines Artikels. Aber es gibt noch weitere gute Gründe für die Chargenverwaltung in SAP EWM (Extended Warehouse Management).
Charge in der Produktion: Eine Charge gruppiert Einheiten, die unter gleichen Bedingungen erzeugt, hergestellt und verpackt wurden.
Charge im Lager: Eine Charge gruppiert Bestände mit der selben Artikelnummer aber unterschiedlichen Merkmalen. Z.B. unterschiedliche MHDs bei Lebensmitteln oder Jahrgänge bei Weinen.
Aus dem Produktionslager ausgelieferte Ware kann jederzeit anhand der spezifischen Charge rückverfolgt und identifiziert werden. Das gilt sowohl für Ware, die z.B. in einem Versandlager zwischengelagert wird, als auch für bereits zum Endkunden ausgelieferte Ware. Die Charge ist dabei in der Regel in Form eines Etiketts an der Ware angebracht.
Wenn die Ware in einem Versandlager zwischengelagert wird, werden die Chargen auch im Rahmen einer Werksumlagerung über die An- und Auslieferbelege vom sendenden bis zum empfangenden Werk übertragen. Zusätzlich ist in SAP ERP ersichtlich, an welchen Lagerorten sich die Bestände pro Standard zum aktuellen Zeitpunkt befinden.
Werden Artikelmerkmale mit Chargen verwaltet, ist es möglich, diese Merkmale in Abhängigkeit vom Kunden bei der Auslieferung zu berücksichtigen. Beispielsweise sollte verderbliche Ware, welche von einem deutschen Standort in Richtung USA ausgeliefert wird, länger haltbar sein als Ware, die innerhalb von Deutschland versendet wird. Gibt es mehrere Jahrgänge eines Weines, sollten diese Jahrgänge auch separiert angeboten und bestellt werden können.
In beiden Fällen ist es in SAP ERP bei der Erstellung eines Kundenauftrags möglich, Chargenmerkmale in Form von sogenannten Selektionskriterien vorzugeben. Dabei ist es auch möglich, Ranges vorzugeben (z.B. MHD >= 01.06.2019). Diese Vorgaben werden mit der Auslieferung von SAP ERP an SAP EWM übertragen und bei der Ermittlung der Bestände für die Kommissionierung berücksichtigt.