Chargenverwaltung in SAP EWM
Nicht nur für die Rückverfolgung sinnvoll

Chargenverwaltung in SAP EWM | IGZ

Rückverfolgbarkeit von der Produktion bis zum Endkunden sowie die Unterscheidung verschiedener Merkmale eines Artikels sind die wichtigsten Anwendungsfälle für die Verwendung einer Charge. Aber es gibt noch weitere gute Gründe für die Chargenverwaltung in SAP.

Charge in der Produktion: Eine Charge gruppiert Einheiten, die unter gleichen Bedingungen erzeugt, hergestellt und verpackt wurden.

Charge im Lager: Eine Charge gruppiert Bestände mit der selben Artikelnummer aber unterschiedlichen Merkmalen. Z.B. unterschiedliche MHDs bei Lebensmitteln oder Jahrgänge bei Weinen.
 

Aus dem Produktionslager ausgelieferte Ware kann jederzeit anhand der spezifischen Charge rückverfolgt und identifiziert werden. Das gilt sowohl für Ware, die z.B. in einem Versandlager zwischengelagert wird, als auch für bereits zum Endkunden ausgelieferte Ware. Die Charge ist dabei in der Regel in Form eines Etiketts an der Ware angebracht.

Aus Sicht des SAP-Belegflusses stellt sich der Verlauf einer Charge bis zum Endkunden im Regelfall wie folgt dar:

  • Vorgabe der Charge in SAP ERP im Fertigungsauftrag (FAUF)
  • Übertragen der Chargeninformation mit der Anlieferung zum FAUF an SAP EWM
  • Speichern der Chargen mit der Wareneingangsbuchung am Bestand im SAP EWM
  • Verwaltung der Chargen im Bestand im SAP EWM
  • Übernehmen der Chargen im Rahmen der Kommissionierung in die SAP EWM-Auslieferung
  • Zu jeder Charge wird dabei eine sogenannte Chargen-Splitt-Position erzeugt
  • Rückmeldung der kommissionierten Chargen mit der Auslieferung an SAP EWM

Sofern die Ware in einem Versandlager zwischengelagert wird, werden die Chargen auch im Rahmen einer Werksumlagerung über die An- und Auslieferbelege vom sendenden bis zum empfangenden Werk übertragen.
Zusätzlich ist im SAP ERP ersichtlich in welchen Lagerorten sich die Bestände pro Standard zum aktuellen Zeitpunkt befinden.

Werden Artikelmerkmale mit Chargen verwaltet, ist es möglich diese Merkmale in Abhängigkeit vom Kunden bei der Auslieferung zu berücksichtigen.

Beispielsweise sollte verderbliche Ware welche von einem deutschen Standort in Richtung USA ausgeliefert wird länger haltbar sein als Ware, die innerhalb von Deutschland versendet wird. Gibt es mehrere Jahrgänge eines Weines, soll diese Jahrgänge auch separiert angeboten und bestellt werden können.

In beiden Fällen ist es in SAP ERP bei der Erstellung eines Kundenauftrags möglich Chargenmerkmale in Form von sogenannten Selektionskriterien vorzugeben. Dabei ist es auch möglich Ranges vorzugeben (z.B. MHD >= 01.06.2019).
Diese Vorgaben werden mit der Auslieferung von SAP ERP an SAP EWM übertragen und bei der Ermittlung der Bestände für die Kommissionierung berücksichtigt.
 

  • Design von durchgängigen Prozessen über Systemgrenzen hinaus möglich
  • Vollständige Integration im SAP-Standard vorhanden
  • Systemübergreifende Bestandstransparenz
  • Verwaltung von kundenspezifischen Merkmalen möglich
  • Gewährleistung einer durchgängigen Rückverfolgbarkeit bis zum Endkunden
  • Schafft die Basis für einfache Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben, z.B. Anforderungen bzgl. MHD und Rückverfolgbarkeit