26.10.2018 | TKU

Roboter in der Kommissionierung
Wann und für wen rechnet sich der Einsatz?

Roboter in der Kommissionierung | IGZ

Steigende Qualitäts- und Leistungsanforderungen stellen eine Herausforderung dar, auf die die Intralogistik permanent zu reagieren hat. Dies betrifft auch die Kommissionierung, ein Prozess, der geradezu essenziell für die Produktivität einer Gesamtsystemlösung ist.

Die Antwort von IGZ ist PICK-BY-ROBOT®. Mit dem vollständig durch SAP EWM/MFS gesteuerten Kommissionierroboter steigt die Effizienz in den Pick-Prozessen und es kann eine Null-Fehler-Quote erzielt werden
– selbst im 24/7-Betrieb.

Dies sind nur einige der vielfältigen Vorteile von PICK-BY-ROBOT® mit SAP EWM (SAP Extended Warehouse Management) und SAP MFS (SAP Material Flow System) – das IGZ Best Practice für ein vollautomatisches, kamerabasiertes Kommissionierverfahren. Eine optimale Befüllung des Zielbehälters lässt sich zudem optional mithilfe der SAP EWM/SCM Basis Case Calculation sicherstellen.

 

Eine manuelle Kommissionierung erfolgt i.d.R. nach dem Prinzip „Person-zur-Ware“, bei dem die Teile statisch zur Entnahme bereitgestellt werden, beispielsweise über ein Fachbodenregal oder ein Palettenregal. Eine hohe Flexibilität ist das Hauptargument, das für dieses Verfahren spricht. Denn es lassen sich sowohl große Mengen unterschiedlicher Artikel, als auch mannigfache Ladungsträger bevorraten und handhaben. Dies ist insbesondere im Bereich „E-Commerce“ von Relevanz, da dieses Geschäftsfeld von einem äußert heterogenen Artikelspektrum geprägt ist. 

Der große Vorteil einer vollautomatischen Kommissionierung, bei der vorzugsweise Kommissionierroboter zum Einsatz kommen, ist, dass schnelle und fehlerfreie Abläufe gewährleistet werden können. Die Lieferqualität wird erhöht, Durchlaufzeiten sinken und es können dauerhaft Kosten eingespart werden, sodass die Effizienz insgesamt steigt. Auch in puncto Flexibilität hat sich einiges getan: So ist es durchaus möglich, beliebige Waren und Gebinde automatisch zu kommissionieren. In diesem Fall sind die Kommissionierroboter mit entsprechenden Saug- oder Greifeinrichtungen und Sensoren auszustatten.

Angesichts wachsender Lagermengen lässt sich nicht zuletzt auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Eine Problematik, die sich angesichts des demografischen Wandels zukünftig noch verschärfen wird! 

Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein, um eine automatische Kommissionierung realisieren zu können:

  • normierte Ladungsträger, die sich nach Größen klassifizieren lassen
  • ein mengenmäßig begrenztes, definiertes Produktspektrum
  • möglichst gleichförmige Artikel bzw. Verpackungen mit gleichbleibendem Gewicht
  • ein Nachweis des betriebswirtschaftlichen Nutzens, denn die Investitionskosten liegen deutlich höher als bei einer manuellen Kommissionierlösung

Vorteile der automatischen Kommissionierung:

  • Kurze Durchlaufzeiten
  • Geringe Fehlerquote
  • Hohe Produktivleistung
  • Bestmögliche Lieferqualität
  • Gesteigerte User-Experience

Kommissionierroboter werden vielfach als Schlüsseltechnologie gepriesen, die das Potenzial habe, die Intralogistik zu revolutionieren. Soweit wollen wir an dieser Stelle (noch) nicht gehen. Dennoch handelt es sich bei PICK-BY-ROBOT®  um eine ausgereifte Kommissionierlösung, die auf vollständige Automatisierung setzt und gleichzeitig flexibel und skalierbar ist. Die Bereitstellung von Artikeln aus dem Lager findet automatisch über eine Fördertechnik statt. Diese werden nach klassischem „Ware-zur-Person“-Prinzip direkt am Kommissionier-Arbeitsplatz bereitgestellt.

Modernste 3D-Kamera-Technik und Überwachungssysteme stellen dann eine fehlerfreie Kommissionierung sicher. Der Pick-Roboter wird von SAP EWM/MFS (SAP Extended Warehouse Management und SAP Material Flow System) direkt angesteuert. Hierzu gehören das Positionieren, Aufnehmen und Abgeben der Artikel. Durch verschiedene Algorithmen im SAP EWM werden die optimalen Greif- oder Saugpunkte für den Artikelzugriff automatisiert berechnet.

Der große Vorteil von PICK-BY-ROBOT® besteht darin, dass Waren ohne jedweden Personaleinsatz schnell und präzise aufgenommen und in Auftragsbehälter oder Versandkartons (Pick & Pack) übergeben werden können – wenn es sein muss, auch an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr!

Ein wichtiger Faktor im Rennen um Wettbewerbsvorteile ist hierbei die optimale Befüllung des Zielbehälters und/oder der Versandpakete – eine Herausforderung speziell im Versandhandel, bei dem oftmals nur wenige Artikel pro Paket auf den Weg zu bringen sind. Dies lässt sich durch die IGZ Best-Practice-Lösung „Extended Case-Calculation“ im SAP EWM (SAP Extended Warehouse Management) erreichen, indem Größe und Inhalt bereits im Rahmen der Arbeitsvorbereitung im SAP EWM oder durch die SCM-Basis Variante berechnet werden. Durch Anwendung eines Schlichtmuster-Algorithmus wird ein optimales Packmuster ermittelt und Überpackungsfehler können ausgeschlossen werden.

PICK-BY-ROBOT® lässt sich übrigens auch ganz einfach nachrüsten und erfüllt zudem die einschlägigen Sicherheitsnormen und -richtlinien. Mit PICK-BY-ROBOT® made by IGZ profitieren Sie zudem von einer vollständigen SAP-Integration mit SAP EWM/MFS, sodass weitere Middleware nicht erforderlich ist und Sie unabhängig von den speziellen Interessen der Roboterhersteller operieren können!

Logistik 4.0 setzt eine enge Verzahnung mit der Industrie voraus, um auch kleinste Mengen (Stichwort: Losgröße 1) schnell, sicher und zu den vorgesehen Kosten termingerecht bereitstellen zu können. Eines ist in diesem Kontext sicher: Der Weg zu einer agilen und wandlungsfähigen Logistik 4.0 führt allein über automatisierte, digitale Prozesse. Hierbei erfolgt eine noch engere Verzahnung von Material- und Informationsfluss und herkömmlich hierarchisch organisierte Steuerungsebenen werden durch dezentrale Steuerungen abgelöst. Dank des Informationsaustausches in Echtzeit können vorhandene Ressourcen wesentlich effektiver eingesetzt werden und Logistik-Assistenzsysteme ermöglichen zudem eine kontinuierliche, kollaborative Planung, um auf Veränderungen möglichst dynamisch reagieren zu können.

Während Roboter bislang vor allem in der Produktion zum Einsatz kommen, bei der sie beispielsweise als Assistenten an den Montagelinien agieren, wächst deren Bedeutung in der Logistik seit geraumer Zeit rasant – ob nun als stationäre „Kollegen“, mobile Serviceroboter oder in Form autonomer, fahrerloser Transportfahrzeuge fungieren sie als ein wichtiger Baustein von Logistik 4.0. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Performance steigern und das Personal wird von monotoner, sich stetig wiederholender und mitunter körperlich schwerer Arbeit entlastet. Infolge können Unternehmen, ihre Kapazitäten bestmöglich ausschöpfen – auch im Sinne von Lean-Prinzipien. 

Darüber hinaus lassen sich die Stärken von Mensch und Maschine verbinden – ebenfalls ein Kerngedanke des Konzepts einer zukünftigen Industrie 4.0: Jeder macht das, was er am besten kann! Zu diesem Zweck ist es wichtig, dass eine klare Aufgabenverteilung definiert und eine Arbeitsumgebung geschaffen wird, die den Anforderungen beider „Parteien“ in vollem Umfang gerecht wird.