24.09.2018 | HH

E-Commerce Online-Shopper fordern die Logistik(er) heraus
Steigende Anforderung an die Logistik

E-commerce im Logistikumfeld

Der Boom bei Smartphones & Co. verstärkt den Trend zum E-Commerce und stellt den Handel vor enorme Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur um die Etablierung attraktiver Web-Shops. Die Herkulesaufgabe besteht vielmehr darin, das stationäre und das Online-Geschäft sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Stichwort: Multichannel! Wie Stephan Meixner, Herausgeber des Portals „neuhandeln.de“, auf dem Deutschen Materialfluss-Kongress in München sagte, gingen einige Unternehmen hier inzwischen so weit, Sub-Shops einzurichten, um bestimmte Konsumentengruppen mit besonderen Angeboten noch zielgerichteter anzusprechen.  

Parallel zum veränderten Einkaufsverhalten moderner Konsumenten steigen die Anforderungen an die Logistik. Nicht selten brechen Online-Shopper den Bestellvorgang ab, wenn der Lieferservice nicht ihren Erwartungen entspricht. Als Hauptgründe benennt der aktuelle E-Commerce Report der Internet World Messe unter anderem zu lange Lieferfristen und fehlende Lieferzeitgarantien. Oftmals werde auch ganz einfach die gewünschte Lieferoption nicht angeboten. Infolge stufen Händler die Einhaltung von Lieferzusagen sowie beschleunigte Logistikprozesse als größte Herausforderung ein.

Augenscheinlich richtig macht es der Elektronikanbieter Notebooksbilliger.de, der seit Anfang April 2016 nun auch in Hamburg einen Same-Day-Service anbietet. Noch aber scheint die Mehrheit der Kunden damit zufrieden, innerhalb von 24 Stunden beliefert zu werden. Doch auch dieses Versprechen setzt eine hohe Bestandssicherheit in Verbindung mit intelligenten Kommissionierstrategien voraus. Informationen müssen in Echtzeit zur Verfügung stehen. Von Fall zu Fall ist auch eine dezentrale Lagerhaltung in Erwägung zu ziehen, insbesondere dann, wenn Händler sich dem Thema „Same-Day-Delivery“ verschrieben haben.

Lassen sich die gebündelten Herausforderungen auf Dauer ohne Automatisierung meistern? Sicher nicht! Gefragt sind hochflexible, skalierbare Lager- und Kommissioniersysteme, mit deren Hilfe auch Lieferschwankungen kompensiert und Pickkosten gesenkt werden können. Hier gibt es bereits eine Reihe von Anwendungen, die sich im Praxiseinsatz bewähren. Amazon reicht das bei Weitem nicht. Auf der Suche nach der perfekten Logistik hat der Online-Riese erneut den Innovationswettbewerb „Amazon Picking Challenge“ ausgerufen. Sind jetzt Roboter auf dem Vormarsch? Vielleicht. Mit Sicherheit gilt aber auch für den Handel: „Logistik ist nicht alles, aber ohne Logistik ist alles nichts“.