WAGO - Mit SAP EWM ein System für die ganze (Logistik-) Welt

WAGO - IGZ SAP EWM Referenz
Der Standort Sondershausen mit einer Skulptur der weltweit bekannten WAGO-Klemme

SAP EWM Generalunternehmer IGZ realisiert mit SAP EWM-Template ein AKL für WAGO für weltweiten Rollout.

Lagerverwaltung | Der Verbindungs- und Automatisierungsspezialist WAGO konsolidiert konzernweit seine IT-Landschaft und schafft somit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum und hohe Zukunftssicherheit. Heute setzt das Unternehmen weltweit an sieben Standorten proprietäre Lagerverwaltungssysteme ein. Diese werden aktuell an den Standorten Sondershausen (Einzelteillager), dem neuen Werk in Päpinghausen bei Minden und dem neuen Werk in Breslau in Zusammenarbeit mit dem SAP EWM-Generalunternehmer IGZ auf die Standardsoftware SAP EWM (Extended Warehouse Management) umgestellt.

Die WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG ist ein in dritter Generation unabhängig am Markt operierendes Familienunternehmen mit Stammsitz in Minden/Westfalen und zählt zu den international richtungsweisenden Anbietern elektronischer Verbindungs- und Automatisierungstechnik. WAGO beschäftigt weltweit mehrere tausend Mitarbeiter. Das globale WAGO Netzwerk umfasst mehr als 28 Tochtergesellschaften und Vertriebsniederlassungen in 31 Nationen. Hinzu kommen Vertretungen in weiteren 50 Ländern. Der Grundstock für diesen Erfolg wurde vor mehr als 50 Jahren gelegt. Seither hat das Unternehmen kontinuierlich Neuheiten entwickelt, die auf dem Weltmarkt zum Industriestandard avancierten.

WAGO gilt gewissermaßen als Benchmark der Kontakttechnik. Milliardenfach im Einsatz sind beispielsweise WAGO-Dosenklemmen auf Basis der Federklemmtechnik, die seit Einführung im Jahr 1974 als Synonym für eine ganze Gattung gelten. Zu den jüngeren Innovationsleistungen zählt unter anderem „DIMA – Dezentrale Intelligenz für modulare Anlagen“. Für dieses Konzept, das wandlungsfähige Produktionssysteme im Sinne von Industrie 4.0 möglich macht, gewann WAGO den in 2016 erstmals vom VDE-Verlag in Kooperation mit dem ZVEI (Zentralverband Elektronik- und Elektroindustrie e.V.) verliehenen „Industrie 4.0 Innovation Award“. 

SAP-Standardsoftware als Grundpfeiler für die strategiekonforme Positionierung

Parallel investiert WAGO konsequent in den Ausbau der Infrastruktur. Treiber ist der Anspruch, ein weiteres gesichertes Wachstum auf Grundlage effizienter Prozesse und einer High-Tech-Fertigung mit intelligenten Maschinen und Anlagen zu generieren. Vor diesem Hintergrund steht auch die Logistik stetig auf dem Prüfstand. „Strategien des Industrie 4.0-Gedankens sind gleichermaßen auf die Produktionsversorgung und Distribution zu übertragen. Vernetzung und Automatisierung spielen hierbei eine wesentliche Rolle“, sagt Manfred Brillert, Head of International IT, „Physisch und organisatorisch perfekt inszenierte Prozesse sowie durchgängige Transparenz über sämtliche Bestände und Warenbewegungen sind schlicht essenziell, um das angestrebte Wachstum langfristig gleichermaßen nachhaltig, wie auch profitabel fortsetzen zu können.“

Vor diesem Hintergrund sei der Schritt, die gesamte IT-Landschaft auf Basis einer integrierten, skalierbaren und zukunftssicheren SAP-Standardsoftware zu konsolidieren, unausweichlich gewesen. Diese löst diverse proprietäre Softwareanwendungen ab, die in unterschiedlicher Ausprägung an den WAGO Niederlassungen im Einsatz und nur noch bedingt Release fähig waren. Infolge gestaltete sich auch die Wartungszeit- und kostenintensiv. Die neue standardisierte SAP-Systemlösung hingegen wird das Unternehmen in die Lage versetzen, Anpassungen weitgehend in Eigenregie durchzuführen. Der Aktionsradius über die Standorte umfasste neben den sechs bestehenden vollautomatischen Kleinteilelägern auch teilautomatisierte Hochregalanlagen sowie weitere manuell betriebene Lager.

In das Lösungskonzept einzubinden waren ferner in der Planung beziehungsweise in der Umsetzung befindliche neue Automatiklager wie beispielsweise ein automatisches Kleinteilelager (AKL) im polnischen Wróblowice nahe Breslau, das IGZ als SAP EWM-Generalunternehmer verantwortlich realisiert.

Anforderungsprofil an den SAP EWM-Generalunternehmer

„Dieser Anforderungskatalog setzt voraus, dass der Realisierungspartner nicht nur explizites Know-how und entsprechende Erfahrung bei der Einführung von SAP-Projekten im Produktions- und Intralogistikumfeld vorzuweisen hatte, sondern auch über die erforderlichen personellen Ressourcen verfügt“, berichtet Manfred Brillert. Diese seien zudem gefordert, um im Umgang mit den Mitarbeitern vor Ort adäquat auf unterschiedliche Mentalitäten und kulturelle Besonderheiten reagieren zu können.

Gegen Ende eines intensiven Auswahlprozesses entschied sich WAGO letztlich für das SAP-Projekthaus IGZ aus Falkenberg/Opf. „Entscheidend war hierbei auch, dass IGZ über die Lagerverwaltung und -steuerung hinaus Leistungen als SAP EWM-Generalunternehmer im Bereich der Mechanik und Steuerungstechnik erbringt und somit das komplette Paket als Single-Point of Profession bietet“, so Manfred Brillert weiter.

Der Startschuss für dieses hochgradig innovative Projekt fiel im Mai 2017. Alfred  Meyer, Geschäftsführer bei IGZ Automation fasst die Aufgabenstellung zusammen: „In den Verantwortungsbereich von IGZ fallen GU-Leistungen für Lagerneubauten, punktuelle Lagererweiterungen, Retrofitmaßnahmen an bestehenden
Anlagen sowie die Ablösung proprietärer Lagerverwaltungssysteme und die konzernweite Umstellung auf SAP-Standardsoftware.“ Nach erfolgter Verifizierung von SAP EWM/MFS als strategische Plattform galt es, in mehreren Workshops ein stimmiges Lösungskonzept für die Logistikprozesse zu entwickeln.

Das gemeinsam erarbeitete Lösungskonzept dient als Template für den anschließenden, sukzessiven Rollout von SAP EWM/MFS. Im Mittelpunkt der Betrachtung stand hierbei zunächst das neu zu errichtende AKL in Wróblowice, dessen Umsetzung IGZ als SAP EWM-Generalunternehmer ebenso verantwortet, wie den Neubau eines weiteren AKL in Päpinghausen bei Minden.

"Blaupause" für die strategische und operative Neuausrichtung

„Das Layout des neuen Kleinteilelagers in Wróblowice dient quasi als Blaupause für das standortübergreifend zu integrierende SAP EWM-Lösungskonzept“, erklärt IGZ Geschäftsführer Meyer. Zunächst ist geplant, die Kernfunktionalitäten des SAP EWM-Templates auf Breslau, Minden-Päpinghausen und Sondershausen auszurollen. In Wróblowice selbst hat WAGO erst kürzlich in Ergänzung zu den vorhandenen Produktionskapazitäten in Breslau ein weiteres Werk sowie Bürogebäude errichtet. Das in Umsetzung befindliche AKL ist in erster Linie für die Abwicklung der logistischen Aufgaben im Bereich der Produktionsversorgung bestimmt.

In der ersten Baustufe wird das vollautomatische Intralogistiksystem bei doppelttiefer Lagerung mehr als 22 000 Behälterstellplätze in zwei Gassen bieten. Errichtet wird zudem ein manuell bedientes Hochregallager. Eine Besonderheit ist, dass im AKL eine große Vielfalt unterschiedlicher Ladungsträger auf der Behälterfördertechnik verfahren wird. Neben Norm- und Drehstapel-Behältern kommen auch konische Ladungsträger mit unterschiedlichen Ausprägungen des Bodens (Rippen, Sandwich, glatt) zum Einsatz.

Zwei mit Kombiteleskop ausgestattete Regalbediengeräte übernehmen die Ver- und Entsorgung der Stellplätze im AKL. Schon jetzt ist die Option verankert, die via SAP EWM verwaltete und über die Materialflusssteuerung SAP MFS direkt gekoppelte Anlage bei Bedarf um weitere drei auf insgesamt fünf Gassen, respektive zehn zusätzliche Kommissionier-Arbeitsplätze, aufstocken zu können. 

Über zunächst vier integrierte Multi-Order-Arbeitsplätze, an denen die Mitarbeiter visuell per Pick-by-  Light-Anzeigen geführt werden, können jeweils bis zu vier Aufträge parallel abgewickelt werden (Bild 3). Paletten für das Ablegen fertiger Auftragskartons sowie leere Auftragsbehälter stehen in unmittelbarer Nähe bereit. Über jeweils zwei Zuführstrecken mit je sechs Pufferplätzen ist eine kontinuierliche Bereitstellung der Waren zur Kommissionierung gewährleistet. Im Inbound sind insgesamt 31 Pufferplätze vorgesehen, sodass auch die Beladung einer ganzen Europalette aufgegeben werden kann. Zwecks optimaler Ressourcenauslastung sieht das Layout zudem beim Inbound/ Outbound in Richtung Produktion eine Auslagerstrecke sowie eine Einlagerstrecke mit 17 bzw. 27 Pufferplätzen vor.

WAGO - viertuelle Kommissionier-Arbeitsplätze
Auch bei WAGO werden die Kommissionier-Arbeitsplätze anhand der virtuellen IGZ-Simulation für eine ergonomische Arbeitspraxis konfiguriert und getestet.

Visualisierungs- und Analysetools mit SAP EWM/MFS integriert

das TIA-Portal, die modernste Steuerungstechnikgeneration von Siemens, mit dem überlagerten SAP EWM/MFS integriert. TIA steht für „Totally Integrated Automation“ und stellt erweiterte Diagnose- und Energiemanagement-Funktionen zur Verfügung. Der Zugriff auf die digitalisierte Automatisierung ist von der Planung über das Engineering bis hin zum späteren Praxisbetrieb möglich. Testläufe im Rahmen einer im Vorfeld durchgeführten virtuellen Inbetriebnahme werden durch IGZ-Emulationstools mit direkter SAP EWM Integration unterstützt, was bereits in frühen Projektphasen Sicherheit hinsichtlich der Softwarequalität gibt.

Zudem reduzieren die IGZ Tools die Produktivsetzungsphase vor Ort auf ein absolutes Minimum bei unverändert sicherem Hochlaufverhalten. Darüber hinaus profitiert WAGO vom SIEMENS Industriestandard WinCC. Das weit verbreitete Visualisierungssystem schafft Transparenz über sämtliche Anlagenkomponenten und Prozesszustände. Der Detaillierungsgrad reicht bis auf Sensor- und Aktorebene. Im direkten Zusammenspiel mit SAP EWM/MFS ist es also möglich, anhand verschiedenster Analysemöglichkeiten die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu sichern.

Um den Realbetrieb im Zuge des Rollouts möglichst wenig zu beeinträchtigen, ist es erforderlich, die jeweiligen Migrationskonzepte standortspezifisch auszulegen. Dazu Alfred Meyer: „Es sind auch temporäre Schnitt stellen zum Alt-System möglich; entscheidend ist es, eine Umstellung so zu planen, dass für die jeweilige Niederlassung uneingeschränkter Betrieb bei zugleich größtmöglicher Migrationssicherheit gegeben ist.“

Durchgängig gesteigerte und nachhaltige Wertschöpfung

Das manuell bediente Hochregallager in Wróblowice hat im Dezember 2017 seinen Betrieb mit SAP EWM aufgenommen, der Go-Live des 2-gassigen AKL ist nun für Juli 2018 geplant. Parallel folgt das Lager in Minden- Päpinghausen. Der weitere Rollout von SAP EWM/MFS zielt auf die Standorte Breslau, Minden und Sondershausen, mit zwei Lagerkomplexen Dreh- und Angelpunkt der internationalen Logistikaktivitäten sowie Germantown im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin.

Sämtliche Aktivitäten werden von der Maxime geleitet, stabile und zugleich vereinfachte Prozesse sowie kurze Durchlaufzeiten zu realisieren und durchgängig Transparenz zu schaffen. In SAP EWM implementierte Null-Fehler-Strategien werden darüber hinaus dazu beitragen, dass sowohl die Produktionsversorgung als auch die Abläufe im Bereich der Distribution selbst in turbulenten Zeiten sowie bei sich ändernden Anforderungen sichergestellt sind. „Wer mit der Entwicklung dauerhaft Schritt halten will, muss ihr einen Schritt voraus sein, so unsere Devise“, sagt WAGO IT-Verantwortlicher Manfred Brillert.

„Mit der Entscheidung, SAP EWM/MFS konzernweit sukzessive als vereinheitlichte, strategische Plattform für die Lagerlogistik einzuführen und dabei auch auf die SAP Generalunternehmerkompetenz von IGZ zu setzen, sehen wir uns hier auf dem richtigen Weg.“ Die Software ermögliche die Etablierung standardisierter und höchst effizient ausgerichteter Geschäftsabläufe, die zukünftig an allen Standorten rund um den Globus Gültigkeit haben sollen. Sie sorgt zudem dafür, dass Verschwendung im Zuge der Materialbereitstellung vermieden wird. Von synchronisierten, schlanken Prozessen profitieren in Zukunft letztlich auch die Mitarbeiter von WAGO. Lange Laufwege, aufwendige Suchvorgänge und mögliche Fehlgriffe gehören dann der Vergangenheit an.


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