Generalunternehmer IGZ realisiert für ebm-papst

IGZ realisiert als Generalunternehmer ein Neubauprojekt mit ebm Papst

Versandzentrum für einen Global Player

ebm-papst errichtet ein neues Versandzentrum, das zukünftig als zentrale Drehscheibe für die weltweite Distribution der Produkte des Ventilatorenherstellers fungieren wird. Im Bereich der Intralogistik vertraut das Unternehmen auf SAP EWM und die Kompetenz von Logimat-Aussteller und SAP EWM-Generalunternehmer IGZ.

Als Innovationsführer bei Ventilatoren und Motoren hat ebm-papst für praktisch jede Aufgabe in der Luft- und Antriebstechnik die passende Lösung parat. Das mehr als 15.000 Artikel umfassende Produktspektrum kommt in zahlreichen Branchen zum Einsatz, wie zum Beispiel Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Haushaltsgerate, Heiztechnik, IT und Telekommunikation sowie Pkw- und Nutzfahrzeugtechnik. Aktuell beschäftigt die Unternehmensgruppe weltweit rund 12.000 Mitarbeiter an 18 Produktionsstatten und 57 Vertriebsstandorten und erzielte im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von knapp 1,6 Mrd. Euro.

Als Reaktion auf das anhaltend dynamische Wachstum investiert ebm-papst kontinuierlich in Prozessoptimierungen und Kapazitätserweiterungen in Produktion und Logistik. Vor diesem Hintergrund fiel 2015 unter anderem der Startschuss für den Bau eines auf 31.000 m2 Fläche ausgelegten Versandzentrums (VZ) auf dem Betriebsgelände in Hollenbach. „ Dieser Schritt war zwingend notwendig“, erklärt Stephan Schölzel, Hauptabteilungsleiter Logistik bei ebm-papst. „Wir mussten kontinuierlich Außenläger im Umkreis anmieten, ein Umstand, der sich angesichts des damit verbundenen Aufwands auf Dauer nicht wirtschaftlich darstellen lasst.“

Neue Logistikzentrale für den Weltmarkt

Versandzentrum Hollenbach

Ab Ende 2016 sollen nahezu sämtliche in den sieben deutschen Produktionsstatten des Unternehmens auftragsbezogen gefertigten Produkte dem VZ Hollenbach zugeführt und dort konsolidiert für den Versand bereitgestellt werden. Bei diesen internen Lieferanten handelt es sich um die nahe gelegenen Werke in Mulfingen und Niederstetten sowie das direkt angeschlossene Werk Hollenbach. Versandseitig angebunden werden zudem die Standorte Landshut, St. Georgen, Herbolzheim und Lauf.

Für die Detaillogistikplanung sowie Umsetzung des zunächst in Eigenregie entwickelten Logistikgrobkonzepts holte sich das Team um Stephan Schölzel Unterstützung beim SAP EWM-Generalunternehmer IGZ aus Falkenberg (EWM = Extended Warehouse Management, das Lagerverwaltungs- und Lagersteuerungssystem von SAP). Der Entscheidung war eine gemeinsam durchgeführte ergänzende SAP EWM-Einsatzanalyse und SAP EWM-Grobkonzeption vorausgegangen. Sehr positiv bewertet wurden zudem die erfolgreichen Projekte, die das Technologieunternehmen bereits im Zuge der Implementierung von SAP MES (Manufacturing Execution System) im Produktionsumfeld mit IGZ realisiert hat.

Darüber hinaus war die Migration von SAP WM (Warehouse Management) auf SAP EWM/MFS (Extended Warehouse Management) als eigenständige Komponente beziehungsweise Bestandteil von SAP SCM zu realisieren. „Wir brauchen einen Partner, der die erforderliche Kompetenz und Erfahrung mitbringt, all dies exakt zu lösen“, so Logistikleiter Schölzel. Schließlich entscheidet die intelligente Lagersteuerung über das Erreichen der Ziele.

Prozesseffizienz systematisch implementiert

IGZ Automation Geschäftsführer C. Mattes mit Logistikleiter S. Schölzel

 „Die große Herausforderung besteht darin, einen Cross-Docking-Prozess zu implementieren, in dessen Verlauf die angelieferten Packstücke über die installierte Palettenfördertechnik direkt zu den automatischen Verpackungslinien durchgeschleust und anschließend nach Destinationen sortiert der Verladung zugeführt werden“, sagt Christian Mattes, Geschäftsführer der IGZ Automation. Eine Zwischenlagerung versandfertiger Waren soll auf ein Minimum reduziert werden.

Im Rahmen von intensiven Workshops wurde nach den Worten von Schölzel letztlich „die Intelligenz der Anlage geboren“. Diese basiert auf dem Projektziel, einen geeigneten Cross-Docking-Prozess für einen festzulegenden Anteil der auftragsgefertigten Produkte in Zusammenarbeit mit Vertrieb und Produktion zu entwickeln und die gemeinsam definierten logistischen Prozesse in SAP EWM zu implementieren sowie optimal auf die Anlagentechnik abzustimmen.

Zu berücksichtigen waren hierbei neben Leistungs- und Qualitätsvorgaben auch Sicherheitsaspekte, da ebm-papst den Status eines „zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten“ sowie zusätzlich im Luftfrachtbereich den Status des „reglementierten Beauftragten“ innehat. Kommissionier- und Konsolidierungsfehler sollen ebenso ausgeschlossen sein wie Beschädigungen und Fehlverladungen. „Von immenser Bedeutung ist dabei auch eine enge Abstimmung mit den bei ebm-papst parallel laufenden Strukturierungsprozessen im Sinne einer ‚Lean Production’ “, sagt Mattes. Damit einhergeht unter anderem die Forderung nach verkürzten Durchlaufzeiten, Losgrößenreduzierung und Informationstransparenz.

Um etwaige Spitzen im Prozessablauf abfedern zu können, sieht das Cross-Docking-Konzept ergänzende Bereitstellungs- und Blocklagerflachen vor. Ein automatisches Hochregallager, ein manuell bedientes Regallager für Paletten mit Sondergrößen sowie ein automatisches Kleinteilelager (in einer weiteren Ausbaustufe) werden der Bevorratung von lagerhaltigen Artikeln, Ersatzteilen, Konsignations- und Kanban-Beständen sowie der Versorgung der Kommissionierung dienen. Bei einer Höhe von 35 m, einer Breite von 30 m und einer Länge von 100 m bietet das neu zu errichtende Hochregallager Kapazitäten für die Lagerung von knapp 19.000 Paletten. Die Stellplätze verteilen sich auf sechs Gassen, in denen jeweils ein automatisches Regalbediengerat verfährt. Bestandteil des Versandzentrums wird in der Endausbauphase ferner ein separater „sicherer“ Luftfrachtbereich sein.

Funktionskomponenten in SAP EWM an die Bedürfnisse angepasst

Hochregallager ebm papst

IGZ verantwortet über die Implementierung von SAP EWM mit der gesamten Prozesssteuerung (inklusive Lagerverwaltung und Materialfluss) hinaus auch die gesamte SPS-Automatisierungstechnik und die Rolle des Generalunternehmers für die Stahlbau- und Mechanikgewerke im neuen zentralen Versandzentrum am Standort Hollenbach. Kernstück der IGZ-Leistungen ist unter anderem auch die direkte Ansteuerung der Fördertechnik mit den hochautomatisierten Verpackungslinien sowie den automatischen Regalbediengeraten durch SAP MFS (MFS = Material Flow System von SAP). Zu berücksichtigen ist hierbei auch die große Zahl unterschiedlicher Ladungsträger bis zu 1700 mm Breite, die der Produktgröße und Produktvielfalt geschuldet ist.

Zwecks weiterer Optimierungen des Cross-Dockings- Prozesses hat IGZ diverse Funktionskomponenten in SAP EWM an die Bedürfnisse von ebm-papst angepasst, die außerhalb der physischen Wände der Anlage greifen. Spezifische Steuerungsmöglichkeiten eröffnen sich beispielsweise durch das Yard- oder auch Hof-Management sowie das „Dock Appointment Schedulin“, mit dessen Hilfe sich die Ankunft von Lieferfahrzeugen und der Be- und Entladevorgang planen und effizient in SAP EWM steuern lassen. Auf spezielle Nischenlösungen außerhalb der SAP Welt kann somit verzichtet werden, was zu einer hohen Durchgängigkeit und Prozesstransparenz fuhrt. Zur Anwendung kommt zudem ein Kennzahlensystem gemäß KPI (Key Performance Indicators). Dieses ebenfalls in SAP EWM integrierte Instrumentarium unterstützt das Unternehmen zukünftig bei der Messung und Analyse der gesamten Logistikprozesse.

Effiziente und gradlinige Zusammenarbeit

Die Vorbereitungen, Hollenbach als Hauptlogistikstandort der ebm-papst-Gruppe zu etablieren, laufen also auf Hochtouren. Das bislang Erreichte ist auch Resultat einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe und einer offenen Kommunikation mit allen beteiligten internen wie externen Partnern, wie Schölzel betont. Das gemeinsame Projektziel stehe stets im Vordergrund, was einen sehr effizienten und gradlinigen Weg ebnet.

Mit dem Stahlbau-Hochregal wurde im Januar dieses Jahres begonnen. Parallel entsteht ein neues Verpackungsmittellager. Die Platzverhältnisse auf dem Werksgelände lassen auch diese Erweiterung zu. Der Go-live des Versandzentrums als zentrale Plattform für ein weiter optimiertes Supply-Chain-Management ist für Dezember 2016 geplant. Bis dahin wird man gemeinsam mit den SAP Ingenieuren von IGZ als Generalunternehmer ein erfolgreiches Projekt für die logistischen Anforderungen realisiert haben, das auf Basis beschleunigter, qualitativ abgesicherter Durchlaufverfahren mit dazu beiträgt, das weitere Wachstum langfristig abzusichern. Denn: „Logistik darf nie zum limitierenden Faktor im Unternehmen werden“, sagt der Logistikleiter. Dies sei gleichermaßen sein persönlicher Anspruch als auch der seiner Mitarbeiter. Im Hinblick auf die Partnerschaft mit IGZ als verantwortlichen SAP EWM-Generalunternehmer bedeute dies auch, mit Partnern gemeinsam stabil zu wachsen.


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